Google, ChatGPT & Co.: Wie werden Websites heute gefunden?

Wer online nach Antworten, Produkten oder Dienstleistern sucht, landet längst nicht mehr automatisch auf einer klassischen Google-Ergebnisseite. KI-Antworten, soziale Netzwerke und Kartendienste verändern den Weg zur Website. Was bedeutet das für Unternehmen, die im Internet sichtbar bleiben möchten?

Moderner Arbeitsplatz mit Laptop und Smartphone als Darstellung unterschiedlicher digitaler Wege zur Entdeckung von Websites.

Google bleibt wichtig – doch die Suche verändert sich

Wer einen Handwerksbetrieb sucht, eine Versicherung verstehen möchte oder sich über eine Software informiert, beginnt häufig weiterhin bei Google. Die Suchmaschine liefert passende Webseiten, Unternehmensinformationen und weitere Suchergebnisse. Für viele Nutzer ist das nach wie vor ein direkter Weg zu einer Website.

Damit eine Seite dort erscheinen kann, muss Google sie zunächst finden, erfassen und ihre Inhalte verstehen. Die Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, unterstützt diesen Prozess.

Dazu gehören verständliche Seitentitel, sinnvoll gegliederte Inhalte, funktionierende interne Links und eine technisch zugängliche Website. Auch die Frage, ob ein Inhalt die Suchabsicht tatsächlich beantwortet, spielt eine wichtige Rolle.

SEO ist deshalb keineswegs überholt. Allerdings verändert sich die Umgebung, in der Suchergebnisse erscheinen. Neben klassischen Links erhalten Nutzer zunehmend direkte Antworten, Bilder, Videos und KI-generierte Zusammenfassungen.

ChatGPT, Gemini und Perplexity: Antworten statt langer Trefferlisten

Bei KI-Suchdiensten beginnt die Suche häufig mit einer vollständigen Frage. Nutzer möchten beispielsweise wissen, welche Website-Technik für ein kleines Unternehmen geeignet ist oder worin sich zwei Dienstleistungen unterscheiden.

ChatGPT kann dafür aktuelle Webinformationen suchen und Quellen verlinken. Perplexity verbindet ausformulierte Antworten mit Quellenangaben. Auch Googles Gemini kann, abhängig von der jeweiligen Funktion, Informationen aus der Websuche einbeziehen.

Die Systeme unterscheiden sich in ihrer Arbeitsweise. Gemeinsam ist ihnen, dass Nutzer häufig bereits eine zusammengefasste Antwort erhalten, bevor sie eine einzelne Website besuchen.

Für Websitebetreiber entsteht dadurch eine zusätzliche Form der Sichtbarkeit: Inhalte können als Informationsquelle in einer KI-Antwort erscheinen.

Das setzt voraus, dass die Informationen technisch zugänglich und für die jeweilige Frage geeignet sind. Bei ChatGPT gehört dazu beispielsweise, den Suchcrawler OAI-SearchBot nicht unbeabsichtigt zu blockieren.

Eine Garantie für die Erwähnung oder Verlinkung gibt es allerdings nicht. Ebenso wenig bedeutet eine Quellenangabe automatisch, dass der Nutzer die Website anschließend besucht.

Google AI Overviews: Wenn die Antwort schon in der Suche steht

Mit den sogenannten AI Overviews zeigt Google bei geeigneten Suchanfragen KI-generierte Zusammenfassungen direkt in den Suchergebnissen. Ergänzende Quellenlinks ermöglichen es, einzelne Informationen genauer nachzulesen. Im KI-Modus können Nutzer darüber hinaus komplexere Fragen stellen und Rückfragen anschließen.

Diese Entwicklung verändert das Klickverhalten.

Eine Untersuchung des Pew Research Center anhand des Suchverhaltens von 900 Erwachsenen in den USA zeigte für März 2025: Bei Google-Suchen mit einer KI-Zusammenfassung wurde in 8 Prozent der Fälle ein klassisches Suchergebnis angeklickt. Ohne KI-Zusammenfassung waren es 15 Prozent. Links innerhalb der KI-Zusammenfassungen wurden nur bei rund 1 Prozent dieser Suchvorgänge aufgerufen.

Die Zahlen beschreiben eine untersuchte Stichprobe und lassen sich nicht pauschal auf alle Nutzer übertragen. Sie verdeutlichen jedoch ein mögliches Problem für Websitebetreiber.

Eine Seite kann weiterhin in Suchergebnissen präsent sein und trotzdem weniger Besucher erhalten. Wenn die Antwort bereits auf der Suchseite ausreicht, entfällt für manche Nutzer der Anlass, einen weiteren Link zu öffnen.

Social Media, YouTube und Google Maps als neue Zugangswege

Nicht jeder Websitebesuch beginnt mit einer bewussten Suchanfrage.

Auf Instagram, TikTok, LinkedIn oder YouTube entdecken Menschen Unternehmen und Angebote häufig über Beiträge, Videos oder Empfehlungen. Ein interessantes Video führt vielleicht zunächst zu einem Unternehmensprofil und erst anschließend zur eigentlichen Website.

Bei örtlichen Dienstleistern spielt Google Maps eine besondere Rolle. Nutzer finden dort Unternehmensprofile mit Standorten, Öffnungszeiten, Bewertungen und Kontaktmöglichkeiten. Manchmal führt die Entdeckung direkt zu einem Anruf oder einer Routenplanung, ohne dass die Website geöffnet wird.

Auch persönliche Empfehlungen bleiben bedeutsam. Wer einen Link von Freunden, Kollegen oder Geschäftspartnern erhält, besucht eine Website häufig bereits mit einem konkreten Interesse.

Für Unternehmen entstehen damit mehrere Berührungspunkte mit potenziellen Kunden. Nicht jeder führt unmittelbar auf die eigene Internetseite. Trotzdem können sie zur Bekanntheit, zum Vertrauen und zu späteren Anfragen beitragen.

Die wichtigsten Wege zur Website im Vergleich

Zugangsweg

Typischer Einstieg

Mögliche nächste Handlung

Klassische Google-Suche

Suchbegriffe und konkrete Fragen

Suchergebnis öffnen

KI-Suche

Frage an ChatGPT, Gemini oder Perplexity

Antwort nutzen oder Quellenlink öffnen

Social Media und YouTube

Beiträge, Videos und Empfehlungen

Profil besuchen oder Website-Link öffnen

Google Maps und Empfehlungen

Lokale Suche oder persönlicher Hinweis

Kontakt aufnehmen, Route planen oder Website besuchen

Was Websites heute sichtbar macht

Die zunehmende Bedeutung der KI-Suche führt zu einer naheliegenden Frage: Müssen Websites dafür völlig anders aufgebaut werden?

Für Googles KI-Suchfunktionen gelten weiterhin die grundlegenden SEO-Empfehlungen. Besondere technische Tricks oder eine separate KI-Optimierung sind dort keine Voraussetzung.

Wesentlich sind vor allem:

  • Hilfreiche Inhalte: Konkrete Fragen beantworten, verständliche Informationen anbieten und einen eigenen Informationswert schaffen.

  • Erkennbare Vertrauenswürdigkeit: Unternehmen, Verantwortliche, Leistungen und Kontaktmöglichkeiten nachvollziehbar darstellen.

  • Technische Zugänglichkeit: Wichtige Seiten erreichbar, indexierbar und auf mobilen Geräten nutzbar halten.

  • Klare Struktur: Aussagekräftige Überschriften, passende interne Verlinkungen und gegebenenfalls strukturierte Daten einsetzen.

  • Aktuelle Informationen: Veraltete Leistungsbeschreibungen, falsche Öffnungszeiten und widersprüchliche Unternehmensangaben korrigieren.

Ein moderner Webauftritt mit möglichst wenig unnötigem Zusatzcode kann die technische Grundlage unterstützen. Er ersetzt jedoch keine guten Inhalte.

Entscheidend ist außerdem, dass Informationen über verschiedene Kanäle hinweg zusammenpassen. Eine aktuelle Website hilft wenig, wenn das zugehörige Unternehmensprofil seit Jahren nicht gepflegt wurde.

Weniger Klicks bedeuten nicht automatisch weniger Sichtbarkeit

Für Websitebetreiber verändert sich mit den neuen Suchwegen auch die Erfolgsmessung.

Die Google Search Console zeigt, wie eine Website in der Google-Suche abschneidet. Seit 2026 stehen außerdem gesonderte Auswertungen zur Sichtbarkeit in generativen Google-Suchfunktionen zur Verfügung.

Webanalyse-Systeme können wiederum unterscheiden, ob Besucher über Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Verweise anderer Seiten oder direkte Aufrufe kommen. Auch Besuche über Quellenlinks aus ChatGPT lassen sich unter geeigneten technischen Voraussetzungen nachvollziehen.

Allerdings ist nicht jede digitale Sichtbarkeit als Websitebesuch messbar. Wird ein Unternehmen in einer KI-Antwort genannt, ohne dass jemand den Link öffnet, entsteht kein entsprechender Seitenaufruf. Gleiches gilt für einen Anruf direkt aus einem Kartendienst.

Deshalb sollten Unternehmen neben Besucherzahlen weitere Ergebnisse betrachten: qualifizierte Kontaktanfragen, Anrufe und tatsächliche Kundenkontakte.

Gerade für kleinere Betriebe ist dafür keine komplizierte Marketingstrategie erforderlich. Ein guter Anfang besteht darin, häufige Kundenfragen zu sammeln, die Auffindbarkeit der eigenen Angebote zu prüfen und die Ergebnisse regelmäßig zu beobachten.

Die entscheidende Frage lautet zunehmend nicht mehr nur, wie viele Menschen eine Website besuchen, sondern ob die richtigen Menschen das Unternehmen finden.

Die Website bleibt wichtig, der Weg dorthin wird vielfältiger

Die eigene Website bleibt der zentrale Ort für ausführliche Informationen, Leistungen und Kontaktmöglichkeiten. Doch der erste Kontakt entsteht immer häufiger auf anderen Plattformen.

Wer sich ausschließlich auf Google-Rankings oder Besucherzahlen konzentriert, erfasst deshalb nur einen Teil der digitalen Sichtbarkeit.

Eine gut erreichbare Website, eigenständige Inhalte und gepflegte Auftritte auf passenden Plattformen schaffen gemeinsam die Voraussetzungen dafür, auch bei verändertem Suchverhalten gefunden zu werden.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über Suchmaschinen, KI-Suchdienste und digitale Sichtbarkeit. Suchergebnisse, KI-Antworten und Quellenverweise können je nach Anbieter, Suchanfrage, Standort und Zeitpunkt unterschiedlich ausfallen. Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung können die Auffindbarkeit einer Website unterstützen, garantieren jedoch weder bestimmte Platzierungen noch Erwähnungen in KI-Antworten, höhere Besucherzahlen oder zusätzliche Kundenanfragen.

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