Was ein Fondssparplan tatsächlich ist
Ein Fondssparplan ist keine eigene Anlageklasse, sondern eine Methode des regelmäßigen Investierens. Statt einmalig einen größeren Betrag anzulegen, fließt beispielsweise monatlich oder vierteljährlich eine festgelegte Sparrate in einen ausgewählten Investmentfonds. Auch ETFs können auf diese Weise bespart werden, sofern der jeweilige Fonds beim Depotanbieter sparplanfähig ist.
Wie hoch die Sparrate sein muss und welche Ausführungsintervalle angeboten werden, hängt vom jeweiligen Depot und Anbieter ab. Grundsätzlich ermöglichen Sparpläne jedoch auch das schrittweise Investieren kleinerer Beträge.
Entscheidend ist der Unterschied zum klassischen Sparvertrag: Das eingezahlte Geld wird nicht zu einem garantierten Guthabenzins angespart. Es werden Fondsanteile gekauft, deren Wert steigen und fallen kann. Die Sparrate, das Ausführungsintervall und vor allem der geplante Anlagehorizont sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden. Die BaFin erläutert Wertpapierfonds und ihre Risiken.
So werden aus regelmäßigen Sparraten Fondsanteile
Bei jeder Ausführung des Sparplans wird die Sparrate zum jeweils geltenden Anteilspreis investiert. Weil dieser Preis schwankt, werden nicht jedes Mal gleich viele Anteile gekauft. Viele Anbieter ermöglichen dabei auch den Erwerb von Anteilsbruchteilen.
Ein vereinfachtes Beispiel ohne Gebühren und Steuern: Bei einer Sparrate von 100 Euro kostet ein Fondsanteil bei der ersten Ausführung 50 Euro. Es werden 2 Anteile erworben. Liegt der Preis später bei 40 Euro, reichen 100 Euro für 2,5 Anteile. Bei einem Anteilspreis von 100 Euro wird dagegen nur 1 Anteil gekauft.
Genau darin unterscheidet sich der Sparplan von einer Einmalanlage. Bei einer Einmalanlage wird das verfügbare Kapital zu einem bestimmten Zeitpunkt investiert. Ein Sparplan verteilt die Käufe dagegen auf viele Zeitpunkte. Daraus folgt jedoch nicht, dass eine der beiden Varianten grundsätzlich die höhere Rendite erzielt.
Cost-Average-Effekt richtig einordnen
Durch die gleichbleibende Sparrate werden bei niedrigeren Kursen mehr und bei höheren Kursen weniger Anteile gekauft. Dadurch verteilen sich die Einstiegszeitpunkte. Das kann das Risiko verringern, einen gesamten Anlagebetrag gerade zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt zu investieren.
Eine garantierte Zusatzrendite entsteht daraus nicht. Der Cost-Average-Effekt bedeutet weder automatisch einen günstigeren durchschnittlichen Kaufpreis noch einen Vorteil gegenüber einer Einmalanlage. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen ebenfalls, dass aus dem regelmäßigen Investieren kein allgemeiner Renditevorteil abgeleitet werden kann.
Anlagehorizont, Chancen und Risiken gehören zusammen
Welche Schwankungen ein Fondssparplan mit sich bringt, hängt vor allem vom gewählten Fonds ab. Aktienorientierte Fonds können beispielsweise erheblich im Wert steigen und fallen. Wer das investierte Geld zu einem festen kurzfristigen Termin benötigt, läuft deshalb Gefahr, gerade während einer schwachen Marktphase verkaufen zu müssen.
Ein längerer Anlagehorizont kann mehr Zeit geben, zwischenzeitliche Schwankungen auszuhalten. Er beseitigt das Verlustrisiko jedoch nicht.
Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Risikostreuung. Ein breit aufgestellter Fonds kann Kapital auf viele Unternehmen, Länder oder andere Anlagen verteilen. Dadurch lassen sich bestimmte Einzelrisiken reduzieren. Ein Fonds ist aber nicht automatisch breit gestreut: Themen-, Branchen- oder Länderfonds können trotz vieler enthaltenen Positionen stark von einem bestimmten Marktbereich abhängen.
Neben allgemeinen Markt- und Kursrisiken können je nach Fonds beispielsweise Währungs-, Länder- oder Branchenrisiken hinzukommen. Eine garantierte Rendite oder Rückzahlung des investierten Kapitals gibt es bei gewöhnlichen Fondsanlagen nicht.
Aktiv gemanagter Fonds oder ETF
Bei einem aktiv gemanagten Fonds entscheidet ein Fondsmanagement innerhalb der vorgegebenen Anlagestrategie, welche Vermögenswerte gekauft oder verkauft werden. Dabei kann beispielsweise versucht werden, ein bestimmtes Anlageziel zu erreichen oder einen Vergleichsmaßstab zu übertreffen.
Ein ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds. Viele ETFs bilden einen festgelegten Index möglichst genau nach und werden deshalb passiv verwaltet. Es gibt allerdings unterschiedliche ETF-Konstruktionen, Strategien, Risiken und Kosten. Die BaFin erklärt die grundlegenden Eigenschaften von ETFs.
Unabhängig davon können Fonds ausschüttend oder thesaurierend ausgestaltet sein. Ausschüttende Fonds zahlen bestimmte Erträge an die Anleger aus. Bei thesaurierenden Fonds verbleiben entsprechende Erträge im Fonds und werden dort wieder angelegt.
Kosten wirken bei jeder Sparplanentscheidung mit
Ein Fondssparplan kann verschiedene Kosten verursachen. Dazu gehören je nach Fonds und Vertriebsweg ein Ausgabeaufschlag, laufende Fondskosten sowie gegebenenfalls Depot- oder Sparplanausführungsgebühren.
Die laufenden Kosten werden aus dem Fondsvermögen getragen und mindern damit das Anlageergebnis. Auch kleine Kostenunterschiede können über lange Zeiträume relevant werden. Die BaFin weist bei Wertpapierfonds ausdrücklich auf Ausgabeaufschläge und laufende Kosten hin.
Welche Gebühren tatsächlich anfallen, lässt sich deshalb nur anhand des konkreten Fonds und Depotmodells feststellen.
Ähnliches gilt für die Flexibilität. Viele Sparpläne lassen sich verändern: Die Rate kann je nach Anbieter erhöht oder reduziert, eine Ausführung pausiert oder das Intervall angepasst werden. Auch eine Beendigung des Sparplans ist häufig möglich. Welche Bedingungen gelten, sollte jedoch im jeweiligen Depot geprüft werden. Bereits gekaufte Fondsanteile verschwinden durch das Stoppen eines Sparplans nicht automatisch aus dem Depot.
Fondssparplan, Tagesgeld und Festgeld erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Für Einsteiger ist die Abgrenzung zu klassischen Bankeinlagen besonders wichtig. Tages- und Festgeld sind Bankguthaben. Ein Fondssparplan investiert dagegen in Fondsanteile, deren Marktwert schwanken kann.
Bei Tagesgeld steht typischerweise die kurzfristige Verfügbarkeit im Vordergrund. Festgeld bindet das Geld für eine vereinbarte Laufzeit. Ein Fondssparplan kann dagegen eher für längerfristige Ziele infrage kommen, wenn die Wertschwankungen des gewählten Fonds zur eigenen Planung passen.
Merkmal | Fondssparplan | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|---|
Wertentwicklung | kann schwanken | vereinbarte bzw. variable Verzinsung | vereinbarte Verzinsung |
Verfügbarkeit | Verkauf grundsätzlich möglich, Wert abhängig vom Fonds | grundsätzlich kurzfristig verfügbar | meist bis zum Laufzeitende gebunden |
Ertrag | nicht garantiert | Zins kann sich ändern | Zins für vereinbarte Laufzeit festgelegt |
Einlagensicherung | keine klassische Einlagensicherung | im gesetzlichen Rahmen | im gesetzlichen Rahmen |
Ausrichtung | abhängig vom Fonds häufig längerfristig | eher kurzfristige Rücklage | fest planbarer Zeitraum |
Sondervermögen ist keine Einlagensicherung
Bei vielen Investmentfonds begegnet Anlegern der Begriff Sondervermögen. Nach § 92 Kapitalanlagegesetzbuch muss das Sondervermögen vom eigenen Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft getrennt gehalten werden. Wird über das Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft ein Insolvenzverfahren eröffnet, gehört das Sondervermögen nach § 99 KAGB nicht zu deren Insolvenzmasse.
Diese rechtliche Trennung darf jedoch nicht mit der Einlagensicherung verwechselt werden. Sie verhindert auch keine Kursverluste. Fallen die Werte der Aktien, Anleihen oder anderen Anlagen innerhalb des Fonds, sinkt entsprechend auch der Wert des Fondsvermögens.
Die gesetzliche Einlagensicherung betrifft dagegen geschützte Bankeinlagen innerhalb ihres gesetzlichen Anwendungsbereichs. Fondsanteile sind keine solchen Bankguthaben.
Für welche Ziele ein Fondssparplan infrage kommen kann
Ein Fondssparplan kann grundsätzlich für längerfristige Sparziele oder den schrittweisen Vermögensaufbau infrage kommen. Ob er tatsächlich passt, hängt jedoch vom gewählten Fonds, vom Anlageziel, vom Zeithorizont und von der persönlichen Risikobereitschaft ab.
Geld für den Notgroschen, kurzfristig geplante Ausgaben oder fest terminierte Verpflichtungen sollte nicht ohne Weiteres in stark schwankende Anlagen fließen. Entscheidend ist deshalb immer die Frage: Wann wird das Geld voraussichtlich benötigt und welche zwischenzeitlichen Verluste könnten ausgehalten werden?
Beim Einstieg lohnt es sich außerdem, einige typische Fehler zu vermeiden:
einen zu kurzen Anlagehorizont wählen
Kosten und Risiken des Fonds nicht ausreichend prüfen
vergangene Wertentwicklung als Versprechen für die Zukunft verstehen
ausschließlich auf einen Trend, ein Land oder eine Branche setzen
Geld investieren, das kurzfristig benötigt wird
bei jeder Kursschwankung unüberlegt den Sparplan ändern oder Anteile verkaufen
Ein Sparplan nimmt die regelmäßigen Kaufentscheidungen ab. Die Auswahl des Fonds und die grundlegende finanzielle Planung ersetzt er jedoch nicht. Persönliche Rücklagen, Verlusttragfähigkeit, Anlageziel und Risikobereitschaft bleiben entscheidend.
Fazit: Regelmäßigkeit ersetzt keine sorgfältige Auswahl
Ein Fondssparplan macht regelmäßiges Investieren vergleichsweise einfach: Eine festgelegte Sparrate wird wiederkehrend in einen Fonds investiert, wodurch je nach aktuellem Kurs unterschiedlich viele Anteile gekauft werden.
Die Regelmäßigkeit ändert jedoch nichts an den grundlegenden Eigenschaften der Anlage. Fonds können schwanken und Verluste verursachen, Kosten beeinflussen das Ergebnis und auch ein langer Anlagehorizont bietet keine Garantie. Entscheidend ist deshalb weniger der Sparplan selbst als die Frage, welcher Fonds für welches Ziel genutzt wird und ob Risiko, Zeithorizont und finanzielle Situation dazu passen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Orientierung. Er ersetzt keine individuelle Anlage-, Finanz- oder Steuerberatung und enthält keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines bestimmten Fonds, ETFs oder anderen Finanzprodukts.
Weiterführende Artikel
Quellen und weiterführende Informationen
BaFin: Wertpapierfonds – Informationen zu Investmentfonds, Risiken und Kosten.
BaFin: Exchange Traded Funds (ETFs) im Überblick – Einordnung von ETFs sowie aktiv und passiv verwalteten Fonds.
BaFin: Einlagensicherung und Anlegerentschädigung – Grundlagen zur gesetzlichen Einlagensicherung.
BaFin: Tagesgeld – Eigenschaften und Einlagensicherung bei Tagesgeld.
BaFin: Festgeld – Eigenschaften von Festgeld und Hinweise zur Einlagensicherung.
Gesetze im Internet: § 92 KAGB – Sondervermögen – gesetzliche Regelung zur Trennung des Sondervermögens vom eigenen Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft.
Gesetze im Internet: § 99 KAGB – Kündigung und Verlust des Verwaltungsrechts – Regelung unter anderem zur Insolvenz der Kapitalverwaltungsgesellschaft und zur Insolvenzmasse.
Verbraucherzentrale: Investmentfonds – das Wichtigste im Überblick – ergänzende Verbraucherinformationen zu Fonds, Risikostreuung und Kosten.
Princeton University: A martingale system theorem for stock investments – wissenschaftliche Einordnung des Cost-Average-Verfahrens im Vergleich zu anderen Anlagestrategien.



Kommentare
Moderierte Rückmeldungen
Kommentare erscheinen erst nach Prüfung. E-Mail-Adressen werden nicht veröffentlicht.